Bei zwei bis drei Treffern pro Stunde gibt es zahlreiche Fälle, in denen das Schengener Informationssystem die Sicherheit der Schweiz verbessert. Nicoletta della Valle, Direktorin der Bundespolizei (fedpol), berichtet von einem Fall, der ihr besonders in Erinnerung geblieben ist.

Im Kanton Aargau streitet sich ein Paar um das Sorgerecht ihrer gemeinsamen Kinder. Eines Abends verlässt der Vater mit den Kindern die Wohnung und droht, nicht mehr zurückzukommen. Die Mutter alarmiert die Kantonspolizei, welche Vater und Kinder im SIS ausschreibt. 12 Stunden später wird der Vater am Flughafen München verhaftet, als er mit den Kindern nach Kanada fliegen will.

Das Beispiel zeigt eindrücklich, wie schnell und effizient die Fahndung im Schengen-Raum geworden ist. Vor Schengen nahm die Verbreitung der Information viel mehr Zeit in Anspruch, da sie an jedes Land einzeln verschickt werden musste. Dass die Informationen rechtzeitig bis zur richtigen Stelle an der Front gelangen, ist ohne ein leistungsfähiges System wie es das SIS heute ist, sehr unwahrscheinlich. Der Vater wäre mit seinen Kindern abgeflogen.

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