Ein Brief an die Schweizer Stimmbevölkerung

Dieser offene Brief ist heute in vielen Tageszeitungen zu finden. Die Komitees der Offiziere, Jägerinnen und Schützen möchten auf die Gefahren hinweisen, die die Abstimmung zum Waffenrecht birgt. Es geht dabei nicht nur um das Verhältnis zur EU, sondern auch um den weiteren Zusammenhalt des Schweizer Stimmvolks. Über kaum eine Abstimmungsvorlage wurde so emotional diskutiert.

Vollständiger Brief

Die Waffenrechtsvorlage erhitzt die Gemüter. Sie vergiftet in Jagdgesellschaften das Miteinander, sie entzweit Offiziere und Schützen. Deshalb appellieren wir, auch an morgen zu denken. Sagt das Volk Ja, ist das kein Sieg von Vaterlandsverrätern. Und auch nicht das Ende des Schiesssports. Auch morgen werden wir gemeinsam Dienst leisten. Seite an Seite im Schiesskeller stehen. Oder zusammen durchs Revier streifen.

Wir halten es für vertretbar, wenn halbautomatische Waffen erfasst werden. Unsere Polizeikräfte müssen wissen, was sie erwartet, wenn sie ausrücken. Wir halten es für vertretbar, dass Käufer halbautomatischer Waffen den Nachweis erbringen, rund einmal im Jahr zu schiessen. Oder einem Schützenverein beitreten.

Noch wichtiger : Die Abkommen von Schengen und Dublin sind zentrale Pfeiler der Schweizer Sicherheitsarchitektur, die ja auch die Vertreter des Referendums bewahren wollen. Allerdings behaupten sie, die Schweiz bliebe auch bei einem Nein bei Schengen. Leider ist das höchst unwahrscheinlich.

Bei einem Nein erfolgt der Ausschluss der Schweiz automatisch.

Eine Ausnahme gibt es nur bei einem schnellen, einstimmigen Beschluss der Kommission und aller EU-Länder. Darauf zu hoffen ist fahrlässig. Die EU beharrt derzeit strikt auf ihren Prinzipien.

Auch der Brexit führt zu Massnahmen für die Briten.

Für den Tag des Brexit ist seit Längerem vorgesehen, dass alle Schengen-Staaten inklusive der Schweiz die Briten vom gemeinsamen Informationssystem abhängen. Obwohl die Briten als ehemalige Kolonialmacht über hervorragende Informationen verfügen.

Die Schengen-Staaten sind uns bereits enorm entgegengekommen.

De facto bleibt in der Schweiz das meiste so wie es heute ist. Das Unverständnis wäre gross, würden wir sogar das ablehnen.

Bleibt der Artikel 17. Gewisse Gegner behaupten, bei einem Ja würde das Waffenrecht alle fünf Jahre verschärft. Das ist falsch. Richtig ist: Die Wirksamkeit der Gesetze und die Sicherheitslage in Europa werden alle fünf Jahre überprüft. Zu Recht ! Alles andere wäre fahrlässig. Werden dann neue Massnahmen diskutiert, reden unsere Vertreter mit. Das Resultat geht ins Parlament. Und wenn wir es nicht mögen, dann ergreift man in der Schweiz ein Referendum, streitet und das Volk entscheidet. Eventuell gibt es dann gute Gründe für eine Ablehnung. Aber nur wegen eines Schiessnachweises setzen wir die Sicherheit unseres Landes nicht aufs Spiel!

Deshalb stehen wir für ein Ja. Und hoffen, dass Offiziere, Schützinnen und Jäger gut abwägen, wofür sie stimmen. Und wir appellieren an unsere Gegner: Es gehört zur Demokratie, dass wir uns nicht immer einig sind. Das letzte Wort aber hat das Volk.

Diese Risiken sollten wir nicht eingehen. Zusammen für das Waffenrecht:

Die Zahl der Menschen, die unsere Kampagne unterstützen, wächst von Tag zu Tag. Mach jetzt ebenfalls mit und setz ein wichtiges Zeichen für eine erfolgreiche Schweiz. Jede Stimme zählt!


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